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Der Deutsche Zentralverein Homöopathischer Ärzte hat mit Professor Edzard Ernst, Mitautor des Buches Gesund ohne Pillen, ein Interview geführt und in ihrem Organ Homöopathische Nachrichten, April 2010, veröffentlicht. www.welt-der-homoeopathie.de
Einführung: Professor Edzard Ernst gilt als einer der renommiertesten Forscher im Bereich der Komplementärmedizin in Europa. Gerne wird er vom Handelsblatt oder Stern zitiert. Dies mag damit zusammenhängen, dass er klare Ansichten hat und sich nicht davor scheut, diese auch plakativ zu formulieren: „Ich leite den weltweit einzigen Lehrstuhl für die Erforschung der Komplementärmedizin und untersuche die Homöopathie nach wissenschaftlichen Kriterien. Bisher habe ich leider herzlich wenige Hinweise gefunden, dass Homöopathie mehr wirkt als Placebo." (Welt am Sonntag, April 2005) Dieser Satz erscheint in fast jedem Ernst-Interview. In den letzten Jahren hat er sich vor allem als Autor (Gesund ohne Pillen, Hanser Verlag 2009) oder Gutachter (Die andere Medizin, Stiftung Warentest 2005) populärwissenschaftlicher Bücher einen Namen gemacht.
Aber auch für den kürzlich veröffentlichten Bericht des Ausschusses für Wissenschaft und Technologie im Britischen Unterhaus waren die Aussagen von Edzard Ernst grundlegend. In dem Bericht wurde gefordert, die homöopathische Behandlung nicht mehr über den staatlichen Gesundheitsdienst (National Health Service, NHS) anzubieten und homöopathische Mittel nicht mehr als Arzneimittel zuzulassen. In den Medien wird häufig der Eindruck erweckt, Edzard Ernst sei die Stimme der Komplementärmedizin- Forschung.
Genährt wird der Mythos Edzard Ernst auch dadurch, dass sich hier ein homöopathischer Arzt zum Kritiker gewandelt hat. In dem Buch Gesund ohne Pillen, das Edzard Ernst als Autor mit verantwortet, schreibt Co-Autor Singh: „Der eine von uns, Edzard Ernst, ist ein Insider, der viele Jahre lang als Arzt tätig war und dabei auch manch alternatives Heilverfahren angewandt hat." Dieses Bild wird immer wieder bedient.
In der Welt am Sonntag vom 10. April 2005 sagt Ernst im Interview „... als Arzt und ausgebildeter Homöopath habe ich früher auch gelegentlich homöopathisch behandelt. Mit wechselndem Erfolg." Und in einem Interview der Technology Review vom 23. Juli 2008 heißt es: „Von der Homöopathie war ich als Kliniker ja mal ganz beeindruckt." Von der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung der Paramedizin (GWUP) und von Autoren des ScienceBlogs wird das zu der Aussage verdichtet: „... Prof. Edzard Ernst (hat) selbst lange Homöopathie und andere Methoden praktiziert, bevor er die erste Professur für Komplementärmedizin bekam und seitdem diese Methoden den erbarmungslosen Methoden der Medizin unterzieht."
Diese Geschichte von der Wandlung vom Saulus zum Paulus macht Ernst für Medien interessant. Wer als überzeugter Insider durch einen Blickwechsel zum Kritiker wird, muss glaubwürdig sein. Diese Wandlung hat unsere Neugier hervorgerufen. Die Beispiele, dass ein Arzt, der selbst Erfahrung in der Homöopathie gesammelt hat, sich enttäuscht davon abwendet, sind ansonsten eher dünn gesät. Wir haben daher mit Professor Edzard Ernst ein Interview geführt; dafür, dass er bereit war, sich darauf einzulassen, gebührt ihm Respekt.
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